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Wasserdruck prüfen: So finden Sie heraus, warum nur ein dünner Strahl kommt

Ob ein einzelner Hahn schwächelt oder das ganze Haus: Mit fünf Prüfschritten grenzen Sie die Ursache für schwachen Wasserdruck selbst ein.

Das Wichtigste in Kürze

  • Erst klären: Betrifft es einen Hahn, nur Warmwasser oder alle Entnahmestellen?
  • Bei einem einzelnen Hahn ist meist der Perlator verkalkt oder das Eckventil nicht ganz offen.
  • Betrifft es das ganze Haus, liegt es oft am Hausfilter oder am Druckminderer.
  • Fällt der Druck plötzlich und läuft der Zähler, kann ein Leck die Ursache sein.
Illustration: Aus dem Hahn kommt nur ein dünner Strahl, der Monteur liest das Manometer ab

Das Wasser plätschert nur noch aus dem Hahn, die Dusche macht keinen Spaß mehr, die Waschmaschine braucht ewig zum Befüllen. Schwacher Wasserdruck ist lästig, aber selten ein Rätsel. Die Ursache lässt sich meist mit einfachen Mitteln eingrenzen – und oft sogar selbst beheben.

Schritt 1: Wie weit reicht das Problem?

Drehen Sie nacheinander mehrere Hähne auf – in Küche, Bad und Keller, jeweils kalt und warm. Das Ergebnis entscheidet, wo Sie weitersuchen:

Beobachtung Wahrscheinliche Ursache
Nur ein Hahn ist schwach Perlator, Eckventil oder Kartusche dieser Armatur
Nur Warmwasser ist schwach Warmwasserbereiter oder seine Zuleitung
Alle Hähne sind schwach Haupthahn, Hausfilter, Druckminderer oder Versorgungsnetz
Nur im Obergeschoss schwach Zu knapp eingestellter Hausdruck oder verengte Steigleitung

Schritt 2: Perlator reinigen

Der Perlator ist das kleine Sieb am Auslauf des Hahns. Er mischt Luft unter das Wasser und setzt sich mit Kalk und Schmutzpartikeln zu. Schrauben Sie ihn ab – meist geht das von Hand, sonst mit einer Zange und einem Tuch als Schutz. Legen Sie ihn einige Stunden in Essig- oder Zitronensäurelösung, spülen Sie ihn aus und setzen Sie ihn wieder ein.

Kommt ohne Perlator ein kräftiger Strahl, war das die Ursache. Ist ein Perlator stark verkalkt, ist ein neuer für wenige Euro die einfachste Lösung.

Schritt 3: Eckventil prüfen

Unter Waschbecken und Spüle sitzen die Eckventile. Sie werden manchmal bei Arbeiten halb geschlossen und nie wieder ganz geöffnet. Drehen Sie sie gegen den Uhrzeigersinn bis zum Anschlag auf – aber ohne Gewalt. Lässt sich ein Ventil nicht bewegen, sitzt es durch Kalk fest und sollte getauscht werden, bevor es im Ernstfall versagt.

Schritt 4: Haupthahn und Hausfilter

Betrifft der schwache Druck das ganze Haus, führt der Weg in den Keller zum Wasserzähler.

  • Haupthahn: Steht er wirklich ganz offen? Nach Arbeiten am Netz wird er gelegentlich nur teilweise geöffnet.
  • Hausfilter: Hinter dem Zähler sitzt meist ein Filter. Bei Rückspülfiltern zeigt oft ein Manometer vor und hinter dem Filter, ob er zugesetzt ist. Spülen Sie ihn nach Herstellerangabe zurück; bei Filtern mit Einsatz wird der Einsatz gewechselt.
  • Druckminderer: Er begrenzt den Netzdruck auf einen für das Haus verträglichen Wert. Am Manometer sollten üblicherweise etwa zwei bis vier bar anliegen. Zeigt es deutlich weniger, kann der Druckminderer verstellt oder verschlissen sein. Das Einstellen sollte ein Installateur übernehmen.

Schritt 5: Liegt es am Netz?

Fragen Sie die Nachbarn. Haben alle schwachen Druck, liegt die Ursache beim Versorger – etwa wegen Bauarbeiten oder eines Rohrbruchs in der Straße. Viele Versorger melden solche Störungen auf ihrer Website.

Wann schwacher Druck ein Warnzeichen ist

Ein langsam nachlassender Druck über Monate spricht für Kalk und verengte Leitungen. Ein plötzlicher Druckabfall dagegen kann ein Leck bedeuten. Prüfen Sie dann den Wasserzähler bei geschlossenen Hähnen: Läuft er weiter, verliert eine Leitung Wasser. Schließen Sie in diesem Fall den Haupthahn, wenn Sie das Haus verlassen, und lassen Sie die Stelle orten.

Weitere Warnzeichen:

  • braunes oder trübes Wasser zusammen mit schwachem Druck,
  • Rauschen in der Wand, obwohl niemand Wasser zapft,
  • feuchte Stellen an Wand oder Boden.

Was ein Monteur prüft

Kommen Sie mit den Schritten oben nicht weiter, misst ein Monteur den Druck am Hausanschluss und an den Entnahmestellen. So zeigt sich, ob Filter, Druckminderer, Armaturen oder die Leitungen selbst die Engstelle sind. Bei alten verzinkten Stahlrohren ist der Querschnitt oft so stark zugewachsen, dass nur eine Erneuerung der Leitung dauerhaft hilft.

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